Dein Portfolio lesen: Kostenbasis, P&L und ROI
Deine Portfolio-Seite beantwortet eine einzige Frage: Verdiene ich tatsächlich Geld? Das klingt simpel, aber eine ehrliche Antwort setzt voraus, dass du weißt, was deine Positionen gekostet haben, was sie jetzt wert sind und welchen Teil der Differenz du wirklich eingestrichen hast. Dieser Leitfaden erklärt, wie Predite jede dieser Kennzahlen berechnet, damit du dem vertrauen kannst, was du liest.
Kostenbasis: Was dich deine Shares gekostet haben
Predite verfolgt die Kostenbasis nach der Methode des gewichteten Durchschnitts. Für jedes Ergebnis, das du hältst, gilt:
- •Jeder Kauf addiert Shares und Kosten zu einer laufenden Summe.
- •Dein Durchschnittspreis sind die Gesamtkosten geteilt durch die Gesamtzahl der Shares.
- •Deine Kostenbasis für die Position sind die Shares mal diesem Durchschnittspreis.
Wenn du einen Teil einer Position verkaufst, reduziert der Verkauf deinen Bestand zu den durchschnittlichen Kosten der Shares, die du gehalten hast — nicht zu dem Preis, zu dem du verkauft hast. So bleibt dein durchschnittlicher Einstiegspreis stabil, wenn du die Position verkleinerst, und genau das willst du: Die Hälfte eines Gewinners zu verkaufen sollte nicht verzerren, was dich die verbleibende Hälfte gekostet hat.
Ein durchgerechnetes Beispiel. Du kaufst 100 Shares YES zu 40¢ und legst dann 100 weitere zu 60¢ nach:
- •Gesamtkosten: $40 + $60 = $100
- •Gesamtzahl der Shares: 200
- •Durchschnittspreis: 50¢
- •Kostenbasis: $100
Jetzt verkaufst du 50 Shares zu 70¢. Deine verbleibenden 150 Shares tragen weiterhin einen Durchschnitt von 50¢, und deine verbleibende Kostenbasis beträgt $75. Die $10 Gewinn auf die verkauften Shares sind realisiert; der Rest läuft weiter.
Das ist bewusst kein FIFO- oder LIFO-Lot-Matching. Diese Methoden beantworten die Frage „Welche konkreten Shares habe ich verkauft?“ — eine Frage, die für manche Steuersysteme wichtig ist, aber nicht für die praktische Frage, was dich dein aktueller Bestand gekostet hat.
Die Zahlen auf der Seite
Für jede Position siehst du:
- •Avg — dein gewichteter durchschnittlicher Einstiegspreis
- •Value — was die Position zum aktuellen Marktpreis wert ist
- •P&L — Wert minus Kostenbasis: dein unrealisierter Gewinn oder Verlust
- •ROI — dieser P&L als Prozentsatz dessen, was du eingesetzt hast
Und über alles hinweg zusammengefasst: Gesamtkosten, gesamter unrealisierter P&L und ROI insgesamt. Die Positionsdaten kommen von Polymarket, dein Durchschnitt spiegelt also deine echten On-Chain-Fills wider und keine Schätzung.
Unrealisiert gegen realisiert — verwechsle die beiden nicht
Daran scheitern beim Lesen des Portfolios mehr Trader als an allem anderen.
Unrealisierter P&L ist das, was deine offenen Positionen wert wären, wenn du sie jetzt sofort zum aktuellen Preis schließen würdest. Das ist eine echte Information, aber es ist kein Geld, das du hast. Er bewegt sich mit jeder Marktbewegung, und in einem dünnen Buch ist der „aktuelle Preis“ womöglich kein Preis, den du für deine gesamte Position tatsächlich bekommen würdest.
Realisierter P&L ist das, was du auf bereits geschlossenen oder aufgelösten Positionen wirklich eingestrichen hast. Das ist die Zahl, die deine Miete bezahlt.
Ein Portfolio mit +$400 unrealisiert und −$100 realisiert ist noch kein gewinnendes Portfolio. Es ist ein Portfolio mit einer Meinung. Beurteile dich an realisierten Ergebnissen über eine aussagekräftige Stichprobe; nutze das Unrealisierte, um Risiko zu steuern, nicht um dich gut zu fühlen.
Warum dein ROI seltsam aussehen kann
Ein paar ehrliche Einschränkungen, die du kennen solltest:
- •Die Auflösung ist binär. Eine Position bei 90¢ mit einem gesunden unrealisierten Gewinn wird entweder $1 oder $0. Der P&L in Prognosemärkten driftet nicht gegen null — er springt. Deine unrealisierte Zahl ist eine wahrscheinlichkeitsgewichtete Momentaufnahme, keine sanfte Landung.
- •Dünne Märkte verzerren den Wert. Wenn der letzte Trade bei 70¢ gedruckt wurde, das beste Gebot aber bei 55¢ liegt, ist dein „Value“ optimistisch. Prüfe das Buch, bevor du einem großen unrealisierten Gewinn glaubst.
- •Gebühren und Slippage sind real. Dein durchschnittlicher Einstieg spiegelt bereits wider, was du gezahlt hast, aber dein Ausstieg wird nicht zum Mid erfolgen.
Die vollständige Aufzeichnung holen
Das Portfolio zeigt offene Positionen und unrealisierte Ergebnisse. Für die komplette Historie — jeden geschlossenen Trade über deine Bots, Copy-Trades und manuellen Orders hinweg, mit realisiertem P&L pro Monat aufsummiert — exportierst du sie von derselben Seite. Dieser Export ist auch das, was du zur Steuerzeit nutzt; siehe Steuermeldung und Aufzeichnungen.
Eine wöchentliche Routine
- Prüfe den gesamten unrealisierten P&L und den ROI — liegt deine Exposition dort, wo du sie haben wolltest?
- Suche nach Positionen, deren These sich geändert hat, deren Stop aber nicht, und passe an (siehe Positionen absichern).
- Sieh dir die realisierten Ergebnisse der Woche an, nicht die unrealisierten. Das ist deine echte Anzeigetafel.
- Exportiere und protokolliere alles, was geschlossen wurde, damit dein Journal aktuell bleibt.
Gut zu wissen
- •Kostenbasis und P&L auf dieser Seite sind unrealisiert — sie beschreiben Positionen, die du noch hältst.
- •Der gewichtete Durchschnitt ist die Methode; sie ist über Teilverkäufe hinweg bewusst stabil.
- •Damit Positionen erscheinen, brauchst du ein verbundenes Wallet.